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Nicht jedem gelingt es, sein Hobby und seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Als staatlich geprüftem Berg- und Skiführer ist mir dieser Traum gelungen. Doch das heißt auch, diese Leidenschaft als professionelle Arbeit zu verstehen.

Besonders reizvoll empfinde ich dabei die Abwechslung der verschiedenen Spielarten des Bergsports, das Unterwegssein in Fels,Eis und Schnee,im Sommer und im Winter.

Mein Ziel dabei ist es, den Teilnehmern Erlebnisse und Erfolge zu ermöglichen, die sie alleine nicht realisieren könnten. Das Wichtigste dabei und der größte Erfolg aller Unternehmungen ist für mich aber nicht das Erreichen eines Gipfels um jeden Preis, sondern mit allen Gästen, die sich mir anvertrauen, am Ende gesund und munter auf ein schönes Erlebnis in den Bergen anzustoßen. Dies erfordert nicht nur das entsprechende Engagement des Bergführers, sondern auch die aktive Mithilfe der „Geführten“.


Stichwort Sicherheit :

Die Berge sind kein Disneyland für ein schnelles, billiges Vergnügen, sondern trotz aller technischen Erschließung immer noch eine ursprüngliche, manchmal gefährliche Wildnis, der man sich nur mit dem ihr gebührendem Respekt nähern sollte. Kein Platz für die heute zutage so verbreitete Vollkasko-Mentalität. Absolute Sicherheit im Gebirge kann man nicht kaufen.

Stichwort Transparenz :
Vorbei sind die Zeiten, in denen der Bergführer nur für das Finden des Weges zum Gipfel und zurück zuständig war. „Miteinander unterwegs“ bedeutet für den modernen „Erlebnismanager“ die Einbeziehung der Teilnehmer in den Entscheidungsprozess und eine Transparenz der Entscheidungen, die der Bergführer aufgrund seiner Kompetenz allein fällen muss, falls Wetter, Verhältnisse oder die Fähigkeiten der Gäste die sichere Durchführung einer Unternehmung in Frage stellen sollten.

Stichwort Gruppengröße :
Spätestens seit dem warmen Jahrhundertsommer 2003 dürfte für jeden offensichtlich geworden sein,wie sehr sich das Hochgebirge durch den Klimawandel verändert. Vermeintlich “leichte” Normalweg werden zunehmend anspruchsvoller und schwieriger. Und das nicht nur auf kombinierten Hochtouren und im Gletschergelände,sondern auch bei Felsklettereien. Betroffen sind Zu- und Abstiege ebenso wie die Routen selber,wie z.B. der Einsturz des Denkmals „Bonattipfeiler“ an den Drus im Montblancgebiet gezeigt hat. All dies erfordert eine Anpassung der Gruppengrössen nach unten,um entsprechend erschwerten Bedingungen gerecht zu werden.

Bei Führungstouren bedeuten kleinere Teams nicht nur erhöhte Sicherheit, sondern ganz besonders auch mehr Flexibilität und einen intensiveren Erlebniswert.

Bei reinen Ausbildungskursen werden durch Kleingruppen eine wesentlich höhere Lernintensität und ein deutlich grösserer Ausbildungserfolg gewährleistet.

Dem Teilnehmer fordert dies jedoch etwas höhere finanzielle Aufwendungen ab. Doch ist mir wichtig, dass der Gast weiss, womit die evtl. auf den ersten Blick höheren Kosten begründet sind. Ob sie es ihm wert sind oder ob er sich auf Kosten der erwähnten Bedingungen für günstigere Angebote entscheidet, bleibt seiner Wahl überlassen. Er sollte aber nicht nur Preise, sondern auch Teilnehmerzahlen vergleichen. Zu grosse Gruppen können nicht mehr optimal betreut werden! Nicht zuletzt liegt dies auch im Eigeninteresse des Bergführers. Denn er muss entscheiden, ob er die Verantwortung für die sichere Durchführung einer Tour mit drei oder mit sechs Teilnehmer übernehmen kann. Schliesslich möchte auch er heil und gesund von allen Touren zurückkehren.